Einführung in die Haltung


EINFÜHRUNG IN DIE HALTUNG
Willkommen beim Schneckenpost Haltungsratgeber!


VORWORT:
Wenn du darüber nachdenkst, dir Achatschnecken als Haustiere anzuschaffen, bist du hier genau richtig.
VORAB: Wir möchten dich darauf hinweisen, dass alle Informationen auf unseren eigenen Erfahrungen basieren. Es ist grundsätzlich ratsam, mehrere Quellen heranzuziehen, um Informationen zu verifizieren und gegebenenfalls auch andere Perspektiven kennenzulernen. Unsere Hinweise sind auf das Wesentliche reduziert. Sollten dennoch Fragen offenbleiben, kontaktiere uns gerne!
Um den Text leicht verständlich und lesbar zu gestalten, verwenden wir die Anrede du.

ACHATSCHNECKEN ALLGEMEIN:
Achatschnecken sind Gruppentiere und fühlen sich am wohlsten, wenn sie mit mindestens 2-3 Artgenossen gehalten werden. Je nach Größe des Terrariums ist auch eine größere Gruppe möglich. Am liebsten leben sie mit ihren eigenen Artgenossen zusammen.

Ein wichtiger Punkt: Achatschnecken sind Zwitter, das heißt, sie besitzen sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsorgane und befruchten sich bei der Fortpflanzung häufig gegenseitig. Daher ist es nicht möglich, nur männliche oder nur weibliche Tiere zu halten, um die Fortpflanzung zu verhindern. Mehr dazu findest du im Abschnitt Fortpflanzung und Zucht.

HALTUNG ALLGEMEIN:
Du brauchst kurz zusammengefasst:

  • Ein ausreichend großes Terrarium / Kunststoffbox
  • Ein geeignetes Substrat
  • Eine Wärmequelle
  • Ein Thermometer
  • Eine Sprühflasche

Das ist die absolute Mindestausstattung. Weitere Informationen findest du unter Terrarium und Technik sowie Einrichtung.

SCHNECKENHALTUNG SELBSTTEST:
Mache dir vorher also ernsthaft Gedanken darüber, ob du diese Punkte meistern kannst:

  • Bist du in der Lage, Schneckeneier oder Schneckenbabys gegebenenfalls zu entfernen oder abzutöten?
  • Hast du genug Platz, um ein artgerechtes Terrarium aufzustellen?
  • Kannst du dir die Haltung der Tiere leisten (Unterhalt/Anschaffung)?
  • Stört es dich, in Erde herumzuwühlen?
  • Was passiert mit den Tieren, wenn du im Urlaub bist?
  • Hast du Schwierigkeiten mit kleinen Krabbeltieren im Terrarium?

Wenn du all diesen Herausforderungen positiv gegenüberstehst, steht der Haltung erst einmal nichts im Weg!

Terrarium und Technik


TERRARIUM
Deine neuen Haustiere kannst du sowohl in Terrarien, Aquarien oder auch in Kunststoffboxen halten. 
Allerdings bringt jede Möglichkeit seine Besonderheiten mit sich.


KUNSTSTOFFBOX:
Kunststoffboxen sind praktisch, preiswert und leicht. Sie sind jedoch nicht direkt einsatzbereit und benötigen Anpassungen. Um eine gute Belüftung zu gewährleisten, musst du Löcher in die Box bohren, damit deine Schnecken ausreichend Luft bekommen. Je nach Material kann es sein, dass du von der Seite nicht gut in die Box schauen kannst. Zudem wird der Kunststoff mit der Zeit oft trüb. Ein weiterer Nachteil ist, dass du bei Boxen nur von oben reinigen und füttern kannst, was besonders beim Reinigen lästig sein kann.

Ein großer Vorteil der Kunststoffboxen ist jedoch ihre Stapelbarkeit – falls du im Laufe der Zeit mehrere Arten halten möchtest, ist das sehr praktisch. Beachte allerdings, dass Kunststoffboxen maximal 80 cm Seitenlänge haben und somit nicht für alle Arten geeignet sind.

AQUARIUM:
Aquarien sind nur bedingt geeignet, um Schnecken zu halten. Es ist sehr schwierig, eine ausreichende Belüftung zu gewährleisten, da sich Kohlendioxid am Boden ansammelt, was dazu führen kann, dass die Tiere ersticken – selbst wenn Löcher im Deckel vorhanden sind. Wie bei der Kunststoffbox musst du auch hier von oben reinigen und füttern. Zudem sind Aquarien relativ schwer. Ein Vorteil ist jedoch die gute Verfügbarkeit im Baumarkt, in Zoohandlungen oder auch gebraucht. Insgesamt raten wir jedoch eher von der Nutzung eines Aquariums für Schnecken ab.

TERRARIUM:
Ein Terrarium mit Schiebetüren ist die beste Wahl, um Schnecken zu halten. Wähle ein Terrarium mit Aluprofil und vermeide Modelle mit Gewebegitter, wie z. B. jene von Exoterra, da diese die Luftfeuchtigkeit nicht gut halten. Am besten klebst du das obere Aluprofil mit Paketband ab, um die Feuchtigkeit besser zu bewahren. Die Belüftung erfolgt über die Türen, in denen meist ein weiteres Aluprofil integriert ist – so kann auch Kohlendioxid gut „abfließen“.

Terrarien gibt es in vielen Größen, sodass du die Bedürfnisse deiner Schnecken optimal berücksichtigen kannst. Ein kleiner Nachteil ist, dass das Substrat nur bis zu einer bestimmten Höhe eingefüllt werden kann.


TECHNIK
Um deinen Schnecken eine möglichst angenehme Umgebung zu bieten solltest du wenigstens ein Minimum an Technik anschaffen.


HEIZEN:
Um das Terrarium auf die richtige Temperatur zu bringen, solltest du eine Heizmatte oder eine Elstein-Lampe im Terrarium montieren. Eine Heizmatte eignet sich für Terrarien und Boxen bis zu 80 cm; für größere Terrarien solltest du eine Elstein-Lampe mit Lampenkäfig installieren. Besonders bei der Lampe ist ein Steuergerät mit Temperaturfühler notwendig, damit du die Temperatur präzise einstellen kannst. Eine Heizmatte lässt sich meist auch ohne Steuergerät nutzen, da viele Heizmatten ein eingebautes Thermostat haben. Zusätzlich benötigst du ein Thermometer, um die Temperatur regelmäßig zu überwachen.

Die Haltung bei „Zimmertemperatur“ ist leider nicht möglich. Die Tiere stammen aus dem afrikanischen Dschungel, wo es konstant warm ist. Zudem variiert die Zimmertemperatur oft zwischen 18-23 Grad, ist bei jedem Haushalt unterschiedlich und meist nicht stabil – vor allem durch Lüften und jahreszeitliche Schwankungen.

LUFTFEUCHTIGKEIT:
Es ist möglich, eine Beregnungsanlage im Terrarium zu installieren. Diese sind jedoch oft recht teuer und können das Terrarium verschlammen lassen, wenn sie nicht richtig eingestellt sind. Von Verneblungsmaschinen wird eher abgeraten, da sie für die Schnecken vermutlich unangenehm sind und möglicherweise zu Krankheiten führen können. Die Steuerung der Luftfeuchtigkeit kann über ein digitales Hygrometer erfolgen, allerdings sind diese oft ungenau.

Am besten und kostengünstigsten ist eine einfache Sprühflasche – ein Hygrometer ist dabei nicht zwingend nötig. Ein guter Anhaltspunkt ist das Wasser, das sich an der Scheibe niederschlägt: Wenn du dort Kondenswasser siehst, ist die Luftfeuchtigkeit ideal.

LICHT:
Die Schnecken selbst brauchen kein zusätzliches Licht, da sie dämmerungsaktiv sind und es gerne dunkel mögen. Für dich und eventuell für Pflanzen im Terrarium kann jedoch eine Beleuchtung sinnvoll sein. Du kannst eine LED-Beleuchtung anbringen oder einfach das Umgebungslicht nutzen. Achte jedoch darauf, das Licht nachts auszuschalten – entweder manuell oder mit einer Zeitschaltuhr. Falls du eine andere Lichtquelle nutzt, beachte gegebenenfalls deren Wärmeentwicklung, um die Temperatur im Terrarium stabil zu halten.

 

Einrichtung


BODENGRUND
Der Bodengrund ist ein essenzieller Teil fürs Wohlbefinden deiner Schnecken.


SUBSTRAT:
Als Substrat kommen verschiedene Materialien infrage: Waldhumus, ungedüngte Blumenerde, Kokoshumus oder tropische Terrarienerde. Achte darauf, dass Blumenerde unbedingt ungedüngt ist, und greife zu hochwertiger Erde – die günstigste Variante ist oft weniger geeignet. Bei Waldhumus und Blumenerde besteht ein erhöhtes Risiko für ungewollte Begleitflora und -fauna. Pilze, Pflanzen, Insekten sowie andere Schnecken und Käfer können durch das warme Klima im Terrarium zum Vorschein kommen.

Um dies zu vermeiden, empfiehlt es sich, die Erde vor der Nutzung zu desinfizieren – das geht zum Beispiel bei 100 Grad im Ofen oder in kleineren Mengen in der Mikrowelle. Für den Anfang empfehlen wir „tote“ Erde wie Kokoshumus oder Terrarienerde. Später kannst du immer noch auf andere Substratarten umsteigen, wenn du möchtest.

AUFKALKEN:
Bei jedem Substrat solltest du auf einen neutralen pH-Wert achten, damit die Häuser deiner Schnecken keinen Schaden nehmen und die Tiere sich wohlfühlen. Ein saurer Boden kann die kalkhaltige Schale der Schnecken angreifen. Das schadet den Tieren zwar nicht sofort, schwächt aber die Schale auf Dauer und beeinträchtigt deren Aussehen. Um einen neutralen pH-Wert im Boden zu erreichen, musst du das Substrat aufkalken. Hierfür eignen sich reines Kalziumkarbonat, Futterkalk, Rasenkalk, Dolomitkalk oder Algenkalk.

Bei Produkten aus dem Baumarkt achte unbedingt darauf, dass sie keinen Dünger enthalten. Branntkalk oder Löschkalk dürfen auf keinen Fall verwendet werden! Die Menge kann nach Gefühl dosiert werden: Auf etwa 9 Liter Kokoshumus funktionieren ca. 100–200 g (etwa eine Handvoll) Kalk recht gut. Wichtig ist vor allem, dass du das Substrat überhaupt aufkalkst. Zu viel Kalk erkennst du daran, dass die Erde sehr weiß wird – mische dann einfach etwas mehr Erde oder Humus dazu.

Zusätzlich kann das Hinzufügen von Heilerde und Muschelgrit die Bodenqualität verbessern. Auch dies kannst du nach Gefühl dosieren.

BODENPOLIZEI:
Um den Boden deines Terrariums bioaktiver zu machen, kannst du Springschwänze und/oder weiße Asseln, Panda-Asseln oder andere Asselarten hinzufügen. So erreichst du nach einiger Zeit ein selbstreinigendes Terrarium, in dem sich kein Schimmel bildet und du weniger bis gar keinen Schneckenkot mehr einsammeln musst. Solche kleinen Helfer haben sich in der Schneckenhaltung bewährt. Sollte es einmal zu viele werden, kannst du die überschüssige Bodenpolizei absammeln und beispielsweise verschenken oder verkaufen.


EINRICHTUNG
ACHTUNG: Bei der Einrichtung musst du eine Sache extrem beachten: Harte Gegenstände aus Stein, Porzellan oder Ähnlichem haben nichts im Terrarium zu suchen!


MOOS, ÄSTE, LAUB, ETC.:
Das Schneckenterrarium sollte möglichst naturnah eingerichtet sein, wofür sich Materialien wie Äste, Baumrinde, Waldlaub und Moos anbieten. Diese Dinge sind grundsätzlich im Wald zu finden. Beachte jedoch, dass viele Moosarten in Deutschland geschützt sind. Das Entnehmen solcher Pflanzen ist nicht nur illegal, sondern kann auch dem Ökosystem schaden. Informiere dich daher unbedingt vorher im Internet oder beim Förster, ob du Materialien aus dem Wald entnehmen darfst.

Falls du Materialien aus dem Wald mitbringst, musst du sie desinfizieren – entweder bei ca. 100 Grad im Backofen oder für ein paar Minuten in der Mikrowelle. Andernfalls könntest du unerwünschte Insekten ins Terrarium und möglicherweise sogar schädliche Arten für deine Schnecken mitbringen. Alternativ kannst du für ein paar Euro Korkäste, Korkrinde oder Moos online oder im Zoohandel erwerben.

Verzichte unbedingt auf harte Gegenstände wie Steine, Porzellan oder ähnliches im Terrarium. Sollte sich eine Schnecke von der Decke fallen lassen, könnten solche Objekte lebensgefährlich sein. Als Versteckmöglichkeit eignen sich hingegen Kunststoff-Blumentöpfe sehr gut.

PFLANZEN:
Du kannst viele verschiedene Pflanzen in das Schneckenterrarium setzen – im Grunde eignet sich alles, was du als Terrarienpflanze kaufen kannst. Bedenke jedoch, dass deine Schnecken keinen Sinn für Ästhetik haben: Pflanzen könnten gefressen, ausgegraben oder einfach „umgewalzt“ werden. Das kannst du auch zu deinem Vorteil nutzen, indem du zum Beispiel Kräutertöpfe direkt ins Terrarium pflanzt und sie so als Futterquelle anbietest. Alternativ kannst du auch versuchen, möglichst robuste Pflanzen einzusetzen.

Leicht giftige Pflanzen wie die Efeutute sind für Schnecken in der Regel kein Problem. Diese werden zwar eventuell angeknabert, schaden den Schnecken jedoch nicht. Die Tiere merken normalerweise selbst, wenn ihnen etwas nicht bekommt, und hören auf zu fressen. Auch in der Natur gibt es viele nicht essbare Pflanzen. Du solltest jedoch keine hochgiftigen Pflanzen oder solche mit Stacheln ins Terrarium setzen. Eine weitere Option sind Kunstpflanzen, falls du ganz auf lebende Pflanzen verzichten möchtest.

Solltest du lebende Pflanzen verwenden, benötigst du eine Lichtquelle für dein Terrarium, damit die Pflanzen gedeihen können.

BADESCHALE:
Du solltest deinen Schnecken eine Badeschale zur Verfügung stellen, da viele Schnecken gerne selbstbestimmt baden. Wichtig ist jedoch, dass du die Schnecken niemals herausnimmst, um sie zu „duschen“ oder zu baden – das mögen die Tiere überhaupt nicht. Wenn sie sich unter Wasser „räkeln“, versuchen sie nicht zu entspannen, sondern zu flüchten, da sie glauben, zu ertrinken.

Stelle stattdessen eine ausreichend große Schale mit Wasser bereit. Das Wasser sollte nur so tief sein, wie der Fuß der Schnecke hoch ist, da sie durch ein Atemloch nahe der Hausöffnung und nicht am Kopf atmen. Für einen extra „Badespaß“ kannst du Seemandelbaumblätter, Heilerde oder Kalk ins Wasser geben. Je nach Schalen-Größe bieten sich auch Äste als Kletterhilfen an. Die Schnecken können die Schale übrigens auch zum Trinken nutzen.

Ernährung


ERNÄHRUNG
Damit deine Schnecken keine Mangelerscheinungen bekommen, musst du auf die richtige Ernährung achten.


OBST UND GEMÜSE:
Du kannst deinen Schnecken nahezu alles aus der Obst- und Gemüseabteilung anbieten. Viele Halter verzichten auf Kohl und Zitrusfrüchte, da Schnecken oft wenig Interesse daran zeigen – auch wir füttern diese nicht. Wichtig ist, auf nährstoffarme Lebensmittel wie Gurken weitgehend zu verzichten. Obwohl Schnecken Gurken lieben, enthalten sie kaum Nährstoffe und sind für Schnecken wie Schokolade für uns: lecker, aber wenig gesund. Füttere stattdessen abwechslungsreich und gerne auch saisonal. Kürbis, Salat, Aubergine, Süßkartoffel, Tomate, Zucchini, Apfel, Pilze, Mango und Melone sind nur einige Beispiele für Obst- und Gemüsesorten, die Schnecken gerne fressen.

Auf bereits geschnittenen Salat aus Tüten solltest du verzichten, da es hier mehrfach zu Todesfällen gekommen ist – ob durch spezielle Konservierungsstoffe oder bestimmte Hersteller ist unklar. Um sicherzugehen, kaufe am besten Bio-Produkte oder wasche das Obst und Gemüse gründlich. Schließlich nutzen Bauern Mittel, um Schnecken von ihrem Gemüse fernzuhalten, und solche Substanzen könnten schädlich sein.

Achte darauf, abwechslungsreich zu füttern. Ob du einen Teller mit verschiedenen Obst- und Gemüsesorten anbietest oder alle paar Tage etwas anderes, ist dir überlassen – jedoch sollte es nicht immer dasselbe sein. Du kannst das Obst und Gemüse einige Tage im Terrarium liegen lassen, solange es nicht schimmelt oder zu gären beginnt. In diesen Fällen solltest du es entsorgen.

PROTEIN:
Protein ist für Schnecken genauso wichtig wie für uns. Einmal pro Woche solltest du Protein füttern – entweder pflanzliches oder tierisches. Tierisches Protein wird meist in Form von Gammarus angeboten, das von den meisten Schnecken gut angenommen und zudem lange haltbar ist. Wenn du Gammarus ins Terrarium legst, nimm es nach spätestens 24 Stunden wieder heraus, da es sonst zu riechen beginnt und von den Schnecken in der Regel nicht mehr gefressen wird.

Ohne regelmäßige Proteinzufuhr kann es vorkommen, dass Schnecken kannibalistisch werden und ihre Artgenossen fressen. Neben Gammarus kannst du auch Shrimps, Seidenraupen, Mehlwürmer oder ähnliches anbieten. Frisches Fleisch ist ebenfalls möglich, wird jedoch oft nicht gut angenommen. Als pflanzliche Proteinquelle eignen sich z.B. Brennnesseln; dennoch ist tierisches Protein vorzuziehen.

KALKZUFUHR:
Kalk ist essenziell für das Leben deiner Schnecken, denn ohne Kalk können sie ihr Haus nicht aufbauen. Ähnlich wie beim Protein können Schnecken bei Kalkmangel kannibalistisch werden – sie knabbern an den Häusern ihrer Artgenossen und sogar an ihrem eigenen Haus, um ihren Kalkbedarf zumindest teilweise zu decken. Kalk ist für Schnecken jedoch nicht nur für den Hausbau wichtig, sondern auch für die Eiablage.

Du kannst deinen Schnecken verschiedene Kalkquellen anbieten, wie Sepiaschalen, Kalkblöcke, Muschelgrit, Eierschalen und mehr. Es ist ratsam, mehr als eine Kalkquelle bereitzustellen, da Eierschalen zum Beispiel neben reinem Kalk auch andere wertvolle Mineralien enthalten. Wenn dir auffällt, dass eine bestimmte Kalkquelle, wie etwa Sepiaschalen, nicht angerührt wird, probiere unbedingt eine andere – nicht jede Schnecke hat die gleichen Vorlieben. Kalk sollte, wie Wasser, jederzeit im Terrarium verfügbar sein.

ZUSATZFUTTER:
Zusatzfutter ist ein oft diskutiertes Thema in der Schneckenhaltung. Einige Halter sind der Meinung, dass es unnötig ist, während andere sogar glauben, dass es den Tieren schadet oder sie „mästet“. Wir sind der Ansicht, dass die Menge entscheidend ist. Zusatzfutter sollte nicht mehr als einmal pro Woche angeboten werden. In dieser Dosierung wird es die Schnecken nicht mästen und nachweislich nicht schaden. Vielmehr kann es helfen, eventuelle Nährstofflücken zu schließen und unterstützt einen gesunden Hausbau.

Zwinge deine Schnecken nicht, das Zusatzfutter zu fressen, und biete immer auch normales Futter an. Die Schnecken entscheiden selbst, ob sie das Zusatzfutter annehmen möchten. Ähnliches gilt für Futterkalk. Beachte außerdem, dass pulverförmiges Zusatzfutter nicht trocken gefüttert werden sollte. Löse es immer in Wasser auf, sodass ein Brei oder eine „Suppe“ entsteht. Streue das Zusatzfutter nicht über das normale Futter, damit die Schnecken die Wahl haben. So ist Zusatzfutter eine gute Option, um eventuelle Fütterungsfehler auszugleichen.

Fortpflanzung und Zucht


FORTPFLANZUNG UND ZUCHT
Da Achatschnecken Zwitter sind, ist es wichtig sich mit der Fortpflanzung und Zucht auseinander zu setzten.


FORTPFLANZUNG:
Da Schnecken als Zwitter beide Geschlechtsorgane besitzen, führt die Haltung in Gruppen von etwa 3 Tieren zwangsläufig zur Fortpflanzung. Wann die Fortpflanzung beginnt und wie viele Eier gelegt werden, hängt von der jeweiligen Art ab – es können zwischen 2 und 300 Eier sein. Um zu vermeiden, dass du in kurzer Zeit hunderte Schnecken im Terrarium hast, solltest du ab der Geschlechtsreife alle 14 Tage nach Eiern suchen. Am besten gräbst du dazu im Abstand von wenigen Zentimetern mit den Fingern in die Erde. Wenn du auf ein Nest stößt, wirst du es spüren und hören. Wenn du unsicher bist, kannst du das Substrat auch vollständig umgraben.

Wenn du ein Nest gefunden hast, musst du die Eier einsammeln und etwa 48 Stunden in die Gefriertruhe legen, um sie abzutöten. Dieser Schritt ist für viele Halter schwierig, aber notwendig, da die ungeborenen Schnecken zu diesem Zeitpunkt noch kaum entwickelt sind. Bitte denke vor der Anschaffung der Tiere gut darüber nach, ob du bereit bist, diesen Schritt regelmäßig durchzuführen. Es kann notwendig sein, immer wieder Eier zu frosten. Solltest du damit nicht zurechtkommen, überlege dir, ob Schnecken die richtigen Haustiere für dich sind.

Selbst wenn du die Schnecken schlüpfen lässt, wird eine Selektion notwendig sein – schwache oder nicht wachsende Tiere müssen ebenfalls gefrostet werden. Mehr dazu findest du im Abschnitt Zucht. Das Unterbinden der Fortpflanzung durch „Einzelhaft“ ist moralisch fragwürdig und keinesfalls artgerecht. Zudem kann es durch das Zwittertum zur sogenannten Jungfernzeugung kommen. Die gefrosteten Eier kannst du über den Haus- oder Biomüll entsorgen.

ZUCHT:
Wenn du darüber nachdenkst, Schnecken zu züchten, gibt es wesentliche Regeln, um eine gute Genetik zu bewahren und den zukünftigen Haltern ebenso viel Freude zu ermöglichen wie dir. Solltest du dich entscheiden, ein Gelege schlüpfen zu lassen, nimm immer das gesamte Gelege. Nur 20-30 Eier herauszunehmen ist keine Option, da die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dabei Tiere mit schlechter Genetik auszuwählen. Dein Ziel in der Zucht sollte es sein, am Ende die besten Tiere zu behalten.

Wenn du Schnecken züchtest, ist eine regelmäßige Selektion der kleinen Schnecken erforderlich – dies bedeutet, schwache Tiere zu töten. Wir betonen das bewusst so drastisch, um dir klarzumachen, was Zucht bedeutet, bevor du in eine Situation gerätst, die du nicht bewältigen kannst. Die Tiere nicht zu selektieren ist keine Option, da dies die Genetik erheblich beeinträchtigt und zu verkrüppelten Mini-Schnecken führt. Außerdem verschlechtert sich die Lebensqualität der Tiere, die eigentlich selektiert werden sollten.

Schnecken legen so viele Eier, weil die Überlebenschancen in der Natur gering sind. Von einem Gelege mit 300 Eiern erreichen vielleicht 5 % das adulte Alter – die meisten sterben aufgrund natürlicher Missbildungen oder Zwergwuchs. Im geschützten Terrarium sterben diese Tiere jedoch nicht von selbst, da sie Futter und Schutz haben und keine Fressfeinde. Daher musst du regelmäßig Tiere selektieren, die Probleme mit dem Hausbau haben oder deutlich kleiner sind als der Rest. Auch wenn es schwerfällt, steht die Arterhaltung an erster Stelle.

Bevor du mit der Zucht beginnst, bedenke außerdem, wohin die Tiere gehen, sobald sie auszugbereit sind. Es gibt ein großes Angebot auf dem Markt, und es kann mitunter schwierig sein, für die Nachzucht Abnehmer zu finden.

Vergesellschaftung


VERGESELLSCHAFTUNG
Wenn du über die Anschaffung mehrere Schneckenarten nachdenkst bist du hier richtig.


MEHRERE SCHNECKENARTEN IN EINEM TERRARIUM:
Kurz gesagt: Nein.

Lang: Viele Schneckenhalter finden mehrere Arten interessant, möchten aber nicht unbedingt mehrere Terrarien aufstellen. Daher kommt schnell die Idee auf, verschiedene Arten zusammenzusetzen. Wie du dir nach der Kurzfassung schon denken kannst, ist das keine gute Idee – und es gibt viele Gründe dafür. Die Haltungsparameter passen nur in seltenen Fällen zusammen. Eine Temperatur, die für eine Art ideal ist, kann für eine andere zu kalt oder zu warm sein; das Gleiche gilt für die Luftfeuchtigkeit.

Außerdem sind die Tiere oft unterschiedlich groß, was beim Zusammenleben und bei möglichen Zusammenstößen problematisch sein kann. Ein weiteres Problem ist die Hybridbildung: Verschiedene Arten könnten sich paaren und genetisch minderwertige Hybriden erzeugen, die meist kaum lebensfähig sind. In der Schneckenhaltung möchten wir jedoch artenreine Tiere behalten, um die Genetik zu bewahren – wie schon im Abschnitt zur Zucht erwähnt.

Bedenke zudem, dass manche Schneckenarten in der Natur tausende Kilometer voneinander entfernt vorkommen. Ein Zusammenleben bringt für sie keinerlei Vorteile. Um den Schnecken und dir selbst einen Gefallen zu tun, halte jede Art in einem eigenen Terrarium, sodass du perfekt auf die individuellen Bedürfnisse der Tiere eingehen kannst.

Falls du dennoch Abwechslung im Terrarium möchtest, kannst du auf Arten mit unterschiedlichen Farbschlägen zurückgreifen. So ist es zum Beispiel möglich, eine Lissachatina Fulica White Jade und eine Lissachatina Fulica Wild gemeinsam zu halten – da sie zur gleichen Art gehören, aber unterschiedliche Farbvarianten aufweisen.

KÄFER UND INSEKTEN:
Tiere wie Asseln und Springschwänze kannst du problemlos mit deinen Schnecken zusammen halten – dabei spielt die genaue Asselart meist keine Rolle. Von der Haltung anderer Insekten oder Spinnentiere wie Rosenkäfern, Phasmiden oder Spinnen solltest du hingegen absehen. Auch hier gibt es häufig Probleme mit unterschiedlichen Haltungsparametern, und eine Vergesellschaftung bringt beiden Arten eher Leid als Nutzen.

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